Monate: September 2017

Frau mit Bluse weiß Seide

Seide, jetzt mal ernst

Eine Bluse – das klingt nicht so hip wie Top oder Shirt, eher nach hastigem Bügeln am Abend und nach einem Outfit, bei dem die Farbe der Seidenstrümpfe auch schöne Beine plump aussehen lässt.

Bluse oder nicht Bluse

Früher (in meinem persönlichen Früher) trugen das nur Mütter und Tanten, jetzt bin ich selbst im Mütter-Tanten-Alter, und ja, ich trage auch Blusen. Natürlich am liebsten nur schöne, nicht blusige. Solche wie vom schwedischen Label Ahlvar Gallery könnten es sein.

Die Co-Gründerin Frida fand, dass es keine Bluse gab, die sie zu Jeans oder Leder-Pants tragen wollte. So entstand die Idee, zeitlose Blusen – weder zu niedlich noch zu ladylike – zu entwerfen. Und zeitlos bedeutete für sie, in einem Schnitt und aus einem Stoff, den man lange liebt.
Seide – wer denkt da nicht an ausgebeutete Arbeiterinnen und Arbeiter in Fernost. Aber auch das soll einen hier nicht am Kauf daran hindern, denn laut Homepage sollen die Löhne in der Fabrik in China, aus der die Stücke kommen, anständig sein. Mehr lesen...

Buch Per J. Andersson Vom Inder, der mit dem Fahhrad bis nach Schweden fuhr

Auf dem Rad nach Schweden

Buchrezension:

„Ach, wie gut, ein Einschlafbuch“, dachte ich, ich hatte gerade T.C. Boyle gelesen und war froh über etwas Milderes als die Tortillas der mexikanischen Einwanderer in Kalifornien. Ich rückte mir die Kissen zurecht und bereitete mich auf eine Reise-Liebes-Geschichte mit Culture Clash vor. Dem Cover nach hatte ich ein Frauenbuch in der Hand, dem langen Titel nach eine moderne Komödie aus Skandinavien.

Indien in den frühen Siebzigern

Ich begann zu lesen, aber schlief nicht ein, und lachte auch nicht. Per J. Andersson erzählt leicht und eindrucksvoll die Geschichte von Pikay, dem Inder und seiner Liebe Lotta. Das ist zuerst einmal die Geschichte eines indischen Jungen, der nicht mit seinen Schulkameraden spielen darf, weil er ein Kastenloser ist. Der sich weigert, zu akzeptieren, dass es Menschen verschiedener Klassen gibt, Unberührbare wie ihn, die nicht einmal Stockschläge vom Lehrer bekommen, weil er Angst, hat, sich zu verunreinigen. Aber Pikay gibt nicht auf, er folgt dem Weg, den ihm seine Kunst zeigt, mit Mut, Trotz und Sturheit, auch wenn er unter Brücken schlafen muss, und zu hungrig ist, um in die Vorlesungen der Kunstschule zu gehen. Seine Offenheit, vielleicht Naivität, führt ihn ebenso zu Indira Ghandi wie zu der jungen Schwedin, die ernster ist als die anderen europäischen Hippie-Reisenden, die Anfang der Siebziger Jahre nach Indien strömen.
Auch diese Reisende verlässt Indien aber wieder, und impulsiv, wie er ist, macht sich der junge Inder schließlich mit dem Fahrrad auf, und lässt sich von der langen Reise nicht abschrecken. Denn ihn treibt etwas an: Das, was die Liebe mit ihm gemacht hat. Mehr lesen...