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Friedensnobelpreis 2018 – „Leaving the concept of shame“

Schwarzweiß-Foto von Dynamitstangen "Extradynamit" von alfred Nobel

Foto: Copyright © The Nobel Foundation
Image provided by the Nobel Foundation

Friedensnobelpreis 2018

Am 10. Dezember 2018 erhalten Denis Mukwege und Nadia Murad den diesjährigen Friedensnobelpreis, weil sie den Einsatz sexueller Gewalt als Waffe in bewaffneten Konflikten bekämpfen. Ein Nachsatz der Begründung berührte mich besonders.

Eine friedlichere Welt …

Berit Reiss-Andersen, die Vorsitzende des norwegischen Nobelkomitees, trat am 5.Oktober 2018 vor die Presse und verkündete, dass Denis Mukwege und Nadia Murad in diesem Jahr den Friedensnobelpreis erhalten.

„Sie haben beide auf ihre Weise dazu beigetragen, dass sexuelle Gewalt in Kriegen sichtbarer wird, so dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden können“, hieß es in der Begründung.

Sexuelle Gewalt in Kriegen zieht sich durch die Menschheitsgeschichte; dass es sich dabei um Kriegsverbrechen handelt, erklärten 1998 das Römische Statut des Internationalen Strafgerichtshofs und und 2008 die Resolution des UN Sicherheitsrates.

„Eine friedlichere Welt können wir nur erreichen, wenn wir die fundamentalen Rechte und die Sicherheit von Frauen in Kriegen anerkennen und schützen“, erklärte das Nobelkomitee.

Sexuelle Gewalt im Krieg und die MeToo-Debatte

Nachdem sie die Begründung vorgelesen hatte, stellte ein Journalist Berit Reiss-Andersen die Frage, ob die Entscheidung – gerade in diesem Jahr – etwas mit der MeToo-Debatte zu tun hätte.

Sie stellte natürlich klar, dass es zwei verschiedene Dinge seien, aber: Um etwas zu erreichen, sei es wichtig, dass Frauen „das Konzept von Scham“ hinter sich lassen, und offen darüber sprechen.

Das Konzept von Scham und Schweigen

Es hat mich sehr beührt, das zu hören. Nicht nur in Kriegen, auch in vielen anderen Situationen – mir fielen spontan häusliche Gewalt, Mobbing, sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Abwertung ein  –  gibt es soziale Codes, die es verlangen, dass Betroffene schweigen, sogar den „Fehler“ bei sich suchen. Sie können nicht sicher sein, dass ihnen jemand glaubt und zur Seite steht.  So funktionieren diese Systeme weiter und weiter. Es ist ein Konzept, das sie unterstützt.

Als Betroffene(r) Scham zu empfinden, weil man glaubt, die anderen hätten recht, mit dem was sie tun, nur weil sie es schon lange so machen oder weil es viele sind, und weil noch niemand etwas dagegen gesagt hat – und deshalb zu schweigen – das kennen wir alle. Aus den unterschiedlichsten Lagen unseres Lebens.

Für mich ist dieser Friedensnobelpreis ein Appell, darauf zu achten, ob es nicht auch anders geht, und was es dazu braucht. Den Mut, das Verhalten einer Gruppe in Frage zu stellen, auf die innere Stimme zu hören und aufzustehen. Im Kleinen anfangen, das wäre ein Schritt.

P.S.: Sprengstoff, auch sozial: Alfred Nobel hat schließlich das Dynamit erfunden.

 

 

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