Autor: Judith Hammer

Sven-Harrys Kunstmuseum in Stockholm

Bild: „Sven-Harrys konstmuseum “ von Ola Fogelström. Lizenz: CC BY 3.0

Ein Museum, das selbst ein Kunstwerk ist: Das Sven-Harrys Kunstmuseum in Stockholm.

Kunst an sich und innen

„The Secrets of Couture“ heißt die Ausstellung, die noch bis zum 2. April 2018 im Sven-Harrys Kunstmuseum in Stockholm zu sehen ist. Sie verspricht einzigartige Einblicke in die Welt der Haute Couture, und behandelt unter anderem die Frage, wie das traditionelle Handwerk mit den heutigen Anforderungen an Materialien und Nachhaltigkeit umgehen kann. Mehr lesen...

Astrid Lindgren Pipp Langstrumpf Buch

Lindgren, auch für Erwachsene

Die Figur Pippi Langstrumpf ist beliebter als ihr Kollege mit dem Propeller auf dem Rücken, schien es in der Diskussionsrunde: Pippi Langstrumpf ermutige die Kinder dazu, seinen eigenen Kräften zu trauen, anders zu sein. Von Anarchie war die Rede, ihre große Lebendigkeit, Individualität bekamen Lob.

Karlsson mag nicht jeder

Bei Karlsson gingen die Meinungen auseinander, er polarisiert also, immer noch. Er sei so egoistisch, seine Gefühle ungebremst. Doch gerade das mache eben eine richtige Freundschaft aus, dass man die negativen Eigenschaften des Freundes mitlieben muss, lautete das Pro-Karlsson-Argument. So ist es eben auch bei Karlsson und Lillebror. Mehr lesen...

Buch Pippi Langstrumpf Astrid Lindgren Cover

Pippi und Karlsson. Wir lieben sie immer noch.

Diesen Sommer, auf einem Flohmarkt: Neben ein paar Kindern, die in einer Bücherkiste wühlen, steht ein Mann um die 40. Er sieht die Bücher durch, zieht dann strahlend eines heraus: Pippi Langstrumpf. Langsam beginnt er zu blättern, er lächelt. Fast kann ich es sehen, sein Kinderzimmer, das um ihn herum auftaucht.

Klassiker der Literaturgeschichte – Astrid Lindgren

Wer als Kind die Abenteuer von Pippi Langstrumpf und Karlsson vom Dach miterlebte, mit dem geschah etwas durch diese Geschichten. Darin waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung einig, die ich Ende September 2017 im Stuttgarter Literaturhaus besuchte. In der Reihe „Klassiker der Literaturgeschichte“  zum Thema „Pippi Langstrumpf trifft Karlsson vom Dach – Astrid Lindgren zum 110. Geburtstag“ unterhielten sich die Autoren Ulrike Draesner und John von Düffel über die Bedeutung von Lindgrens Werk heute. Mehr lesen...

Katalog Cover von lyngby Porzellan aus Dänemark

Linien und Licht, dänisch

Im September 2016 in der Ausstellung über Skandinavisches Design in den Nordischen Botschaften, dem Felleshus in Berlin: Wenige Ausstellungsstücke, nach Ländern geordnet, dazu einen Film und Broschüren. Ich hatte mehr erwartet, aber dann entdeckte ich einen Katalog, den ich immer noch habe, weil er so schön ist.

Feine Linien, Pastelltöne von Lyngby

Die Umrisse in Gold auf Rosé, ich wollte das Cover direkt einrahmen. Darin Vasen, die nur dann einen Grashalm tragen können, wenn es der richtige ist.

Hatte ich so eine Vase, eine Dose, eine Tasse schon einmal in der Hand gehalten? Ich war mir nicht sicher. Vielleicht in einer dieser kleinen Einrichtungsboutiquen in einer Kleinstadt irgendwo in Skandinavien, an einem Regentag durchstöbert. Ich hätte mich erinnert, oder gerade nicht, weil es so passend und leicht schien, dieses Design. Mehr lesen...

Fenster in Haus in Schweden im Glasreich

Kosta Boda 275 Jahre

2017 feierte die Glasbläserei Kosta Boda am schwedischen Nationalfeiertag ihr 275. Jubiläum, das Königspaar kam zu Besuch, die lange Tradition des Handwerks wurde beschworen.

Die Kosta Boda AB gehört zur Orrefors Kosta Boda AB, bestehend aus den Namen von drei Glashütten, die früher eigenständig waren. Die Hütte Orrefors wurde 2013 geschlossen, die Marke von Kosta Boda übernommen, nachdem man vergeblich versucht hatte, einen Käufer für die Glasproduktion dort zu finden.

Überlebendes Handwerk?

Heute bezieht Kosta Boda einen Teil der Produktion aus dem Ausland, das Design soll aber immer noch aus Schweden kommen. Aber in den letzten Jahren haben sich rund um die Glass Factory in Boda Glasbläser etabliert, die freiberuflich arbeiten, auch für die Kosta Boda AB, in kleinen Betrieben, nach eigenen Vorstellungen. Ihre Handschrift hebt sich deutlich von den schlichteren Gebrauchsartikeln ab. Vielleicht die Lösung für das Überleben des alten Handwerks, vielleicht nicht. Wir sehen in Gläsern eben nicht mehr die Kunstwerke, die sie für unsere Urgroßeltern waren, sondern nehmen sie im Sechserpack mit, wenn wir mehr Gäste als üblich eingeladen haben. Daneben setzt man im Glasreich heutzutage auf Events für Groß und Klein, also doch ein wenig Disney. Mehr lesen...

Haus mit Fenster im Glasreich in Schweden Smaland

Aus dem Glasreich

Bei einem meiner ersten Besuche in Schweden tauchte auf einmal der Begriff Glasreich auf. Was konnte das sein? Es klang ein wenig nach Disney, auf jeden Fall touristisch und nicht schwedisch – was ich damals darunter so verstand. Über rote Häuschen aus Holz und Elche war ich schon hinaus, aber dennoch.

Fenster mit Geschichte

Das Glasreich, oder Glasriket auf Schwedisch, ist eine Region im Süden Schwedens, in der die Glasbläserei eine lange Tradition hat. Es entstand Ende des 19. Jahrhunderts in Småland, zwischen Växjö und Kalmar, weil hier die Bedingungen für die Glasproduktion günstig waren, es gab viele Flüsse und viel Holz. Man stellte dort vor allem Gebrauchsglas her, wie Fenster, Flaschen und Trinkgläser. Mehr lesen...

Frau mit Bluse weiß Seide

Seide, jetzt mal ernst

Foto: Ahlvar Gallery

Eine Bluse – das klingt nicht so hip wie Top oder Shirt, eher nach hastigem Bügeln am Abend und nach einem Outfit, bei dem die Farbe der Seidenstrümpfe auch schöne Beine plump aussehen lässt.

Bluse oder nicht Bluse

Früher (in meinem persönlichen Früher) trugen das nur Mütter und Tanten, jetzt bin ich selbst im Mütter-Tanten-Alter, und ja, ich trage auch Blusen. Natürlich am liebsten nur schöne, nicht blusige. Solche wie vom schwedischen Label Ahlvar Gallery könnten es sein.

Die Co-Gründerin Frida fand, dass es keine Bluse gab, die sie zu Jeans oder Leder-Pants tragen wollte. So entstand die Idee, zeitlose Blusen – weder zu niedlich noch zu ladylike – zu entwerfen. Und zeitlos bedeutete für sie, in einem Schnitt und aus einem Stoff, den man lange liebt.
Seide – wer denkt da nicht an ausgebeutete Arbeiterinnen und Arbeiter in Fernost. Aber auch das soll einen hier nicht am Kauf daran hindern, denn laut Homepage sollen die Löhne in der Fabrik in China, aus der die Stücke kommen, anständig sein. Mehr lesen...

Buch Per J. Andersson Vom Inder, der mit dem Fahhrad bis nach Schweden fuhr

Auf dem Rad nach Schweden

Buchrezension:

„Ach, wie gut, ein Einschlafbuch“, dachte ich, ich hatte gerade T.C. Boyle gelesen und war froh über etwas Milderes als die Tortillas der mexikanischen Einwanderer in Kalifornien. Ich rückte mir die Kissen zurecht und bereitete mich auf eine Reise-Liebes-Geschichte mit Culture Clash vor. Dem Cover nach hatte ich ein Frauenbuch in der Hand, dem langen Titel nach eine moderne Komödie aus Skandinavien.

Indien in den frühen Siebzigern

Ich begann zu lesen, aber schlief nicht ein, und lachte auch nicht. Per J. Andersson erzählt leicht und eindrucksvoll die Geschichte von Pikay, dem Inder und seiner Liebe Lotta. Das ist zuerst einmal die Geschichte eines indischen Jungen, der nicht mit seinen Schulkameraden spielen darf, weil er ein Kastenloser ist. Der sich weigert, zu akzeptieren, dass es Menschen verschiedener Klassen gibt, Unberührbare wie ihn, die nicht einmal Stockschläge vom Lehrer bekommen, weil er Angst, hat, sich zu verunreinigen. Aber Pikay gibt nicht auf, er folgt dem Weg, den ihm seine Kunst zeigt, mit Mut, Trotz und Sturheit, auch wenn er unter Brücken schlafen muss, und zu hungrig ist, um in die Vorlesungen der Kunstschule zu gehen. Seine Offenheit, vielleicht Naivität, führt ihn ebenso zu Indira Ghandi wie zu der jungen Schwedin, die ernster ist als die anderen europäischen Hippie-Reisenden, die Anfang der Siebziger Jahre nach Indien strömen.
Auch diese Reisende verlässt Indien aber wieder, und impulsiv, wie er ist, macht sich der junge Inder schließlich mit dem Fahrrad auf, und lässt sich von der langen Reise nicht abschrecken. Denn ihn treibt etwas an: Das, was die Liebe mit ihm gemacht hat. Mehr lesen...